ATELIER 1700 · RENOVATION ALTER HOLZVERKLEIDUNGEN
Altes Täfer wird wiederhergestellt, nicht einfach überstrichen.
Täfer, eine profilierte Tür, eine Treppe mit vier Jahrzehnten an Schichten. Die Frage ist nicht die Farbe, sondern was dieses Holz noch empfangen kann.
Der Reflex, der in die Irre führt
Gealtert ist die Endschicht, nicht das Holz
Wenn altes Täfer stumpf wird oder reisst, denkt man zuerst an den Schreiner. Doch meist trägt die Struktur noch, unversehrt unter dem, was stumpf geworden ist. Gealtert ist die Endschicht, nicht das Gerüst des Profils, vergilbter Lack, gestapelte Schichten, eine alte Ausbesserung im falschen Ton. Eine Arbeit an der Oberfläche also, und genau dort beginnt mein Handwerk.
Was betrachtet wird, bevor etwas angefasst wird
Eine Sondierung Feld für Feld, vor dem Werkzeug
Bevor ich ein Werkzeug anfasse, führe ich die Hand über jedes Feld, jedes Profil, jede Sockelleiste. Die Schichten werden eine nach der anderen angesondiert, und die Aufnahme hält fest, wo das Holz unter Feuchtigkeit oder unter direktem Licht gelitten hat, ebenso die Stellen, die früher grob ausgebessert wurden. Das Täfer eines Wohnzimmers hat nicht dasselbe erlebt wie jenes eines Eingangs oder eines Treppenhauses, selbst im gleichen Haus. Diese Sondierung entscheidet über alles Weitere, vom vollständigen Abbeizen bis zum blossen Anschleifen.
Abbeizen, Behandeln, Auffüllen
Drei Griffe, gewählt nach dem, was das Holz zeigt
Wo die alte Endschicht keinen sauberen Neuanfang erlaubt, beize ich bis auf das Holz ab. Wo sie hält, genügt ein Anschleifen. Fehlstellen fülle ich im Stoff selbst auf, nie unter einer Dicke Farbe verborgen. Die Kante bleibt scharf, und mit ihr das, was dem Raum seinen Charakter gab.
Die Hand auf den Profilen
Dieselbe Hand nimmt das Holz auf und streicht es
Grosse Flächen gehen mit Rolle oder breitem Pinsel. Die Profile, die kleinen Fensterhölzer, die Eckleisten streiche ich mit dem Pinsel, eines nach dem anderen. Das dauert länger, doch nur so läuft die Endschicht nicht in die Vertiefungen des Profils.
Im Haus wohnen, während gearbeitet wird
Ein Raum zur Zeit, nie das ganze Haus
Täfer wird Raum für Raum bearbeitet, der Rest des Hauses bleibt nutzbar, und jeder Raum ist am Abend wieder bewohnbar. Je nach Fläche und Zustand des Holzes dauert das zwei bis fünf Tage je Raum.
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Kurze Fragen
Was dieses Holz noch aufnehmen kann
Muss das ganze Täfer abgebeizt werden oder nur die beschädigten Stellen
Das hängt vom Zustand der vorhandenen Schichten ab. Hält die alte Endschicht und zeigt sie keinen Mangel im Stoff, kann ein örtliches Anschleifen genügen. Ist sie rissig oder zu dick, verlangt sie eher ein vollständiges Abbeizen, was im ganzen Raum ein gleichmässigeres Ergebnis gibt.
Behält das Holz nach dem Abbeizen seine ursprünglichen Profile
Ein behutsames Abbeizen legt das Profil frei, ohne es zu runden. Darum der Pinsel auf den Profilen.
Lässt sich der ursprüngliche Ton unter den heutigen Schichten wiederfinden
Oft ja. Eine Sondierung zeigt, was unter den Schichten schlief, und dieser Ton lenkt die Wahl.
Altes Holz wird nicht zugedeckt, es wird neu gelesen.
Wie lange bleibt der Raum unbenutzbar
Raum für Raum, und jeden Abend wird der Raum wieder begehbar.
Wenn Sie ein Täfer in Ihrem Haus beschäftigt, genügt ein Besuch vor Ort, um seinen Stoff zu beurteilen.
Von meiner Hand
Iven Sambento, Maler EFZ
Jede Baustelle trägt diese Unterschrift.
